End of an Era – 3,5 Jahre OhSheSells
Und plötzlich sind 3,5 Jahre vorbei. Wow. Als ich im April 2024 meinen ersten Blogbeitrag über meine Zeit bei OhSheSells geschrieben habe, endete er mit den Worten: „Ich habe viel lernen dürfen und freue mich auf alles, was noch kommt.“
Und was soll ich sagen: Es kam einiges.
Mehr Kunden, mehr Verantwortung, neue Aufgaben und natürlich jede Menge weitere „Komfortzone-verlassen-Momente“. Ich habe mein Studium beendet, ein Praktikum absolviert, von Bali aus gearbeitet und mich in dieser Zeit nicht nur beruflich, sondern auch persönlich ziemlich weiterentwickelt.
Jetzt ist September 2026 und ich sitze wieder vor einem Blogbeitrag über meine Zeit bei OhSheSells. Nur dieses Mal geht es nicht darum, auf mein erstes Jahr zurückzublicken. Dieses Mal heißt es Abschied nehmen.
Oder, um es in Taylor-Swift-Manier zu sagen: It’s the end of an era. Und irgendwie könnte es keinen passenderen Titel für diesen Beitrag geben.
Von „Ich will alles sofort können“ zu „Ich kriege das schon hin“
In meinem ersten Blogbeitrag habe ich über eine Eigenschaft geschrieben, die mich damals ziemlich begleitet hat: Ich wollte am liebsten alles sofort können. Und das ziemlich perfekt.
Neue Aufgabe? Erst einmal hundert Gedanken darüber machen, wie ich sie möglichst perfekt lösen kann.
Neue Verantwortung? Kurz hinterfragen, ob ich dafür überhaupt schon bereit bin.
Etwas zum ersten Mal machen? Am besten direkt so, als hätte ich es schon zwanzigmal gemacht.
Spoiler: So hat das natürlich nicht funktioniert.
Eines meiner ersten großen Learnings bei OhSheSells war deshalb: einfach machen. Es gehen Dinge schief und das ist okay. Man weiß nicht immer sofort, wie etwas funktioniert. Manchmal braucht es einen zweiten oder dritten Versuch und manchmal muss man eben nachfragen.
Dreieinhalb Jahre später würde ich nicht behaupten, dass mein Perfektionismus plötzlich verschwunden ist. Aber mein Umgang damit hat sich verändert. Aus „Kann ich das überhaupt?“ wurde immer öfter „Ich kriege das schon hin.“
Ich habe gelernt, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und mir selbst mehr zuzutrauen. Vor allem habe ich aber verstanden, dass man nicht erst alles können muss, bevor man den nächsten Schritt geht.
Manchmal muss man ihn einfach gehen.
Von einer kurzen Pause einmal um die halbe Welt
Nach einer kurzen OhSheSells-Pause für mein Praktikum im Rahmen meines Studiums ging es für mich direkt in das nächste Kapitel – und zwar ziemlich weit weg. Für mein Auslandssemester zog es mich nach Bali.
Remote zu arbeiten war für uns bei OhSheSells zu diesem Zeitpunkt natürlich nichts Neues. Wir haben schon immer von unterschiedlichen Orten aus zusammengearbeitet und uns hauptsächlich über Teams gesehen. Ob vom Schreibtisch zu Hause, aus der Uni oder von unterwegs – wo der Laptop aufgeklappt wurde, war eigentlich ziemlich egal.
Bali war dann aber doch noch einmal etwas anderes.
Plötzlich lagen nicht nur ein paar Kilometer, sondern eine ordentliche Zeitverschiebung zwischen uns. Mein Arbeitsalltag musste sich an mein Leben vor Ort anpassen – und andersherum. Calls fanden meistens abends statt, Absprachen brauchten manchmal ein bisschen mehr Planung und mein Arbeitsplatz sah definitiv anders aus als zu Hause.
Und trotzdem hat es funktioniert. Für mich war diese Zeit wahrscheinlich der beste Beweis dafür, wie viel Vertrauen und Flexibilität unsere Zusammenarbeit bei OhSheSells geprägt haben. Ich konnte mein Auslandssemester erleben, am anderen Ende der Welt leben und gleichzeitig weiterhin Teil des Teams sein und meine Aufgaben übernehmen.
In meinem ersten Blogbeitrag hatte ich geschrieben: „Bei OhSheSells arbeiten bedeutet Flexibilität – denn egal ob am Strand, im Glitzerkleid oder mit Taylor Swift auf den Ohren – alles war und ist möglich.“
Dass ich den Teil mit dem Strand irgendwann so wörtlich nehmen würde, hatte ich damals wahrscheinlich selbst nicht erwartet.
End of an Era, but the Start of an Age
Und jetzt, dreieinhalb Jahre nach meinem ersten Arbeitstag, steht noch einmal ein ziemlich großer Komfortzone-verlassen-Moment an: Ich verlasse OhSheSells. Larissa und ich wussten, dass dieser Tag einmal kommen wird und doch macht es den Abschiedsschmerz nicht besser.
Als ich hier angefangen habe, war ich auf der Suche nach einem Mini-Job im Homeoffice. Ich war aufgeregt vor meinem ersten Gespräch, wollte am liebsten alles sofort können und hatte keine Ahnung, was aus dieser Stellenanzeige einmal entstehen würde.
Heute gehe ich mit ziemlich viel mehr als dreieinhalb Jahren Berufserfahrung.
Ich nehme fachlich unglaublich viel mit, aber wahrscheinlich noch viel mehr persönlich. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen, Fehler nicht als Weltuntergang zu sehen und mir selbst mehr zuzutrauen. Aus „Kann ich das überhaupt?“ wurde mit der Zeit immer öfter „Ich kriege das schon hin.“
Vor allem nehme ich aber viele Erinnerungen mit. An Kunden und Projekte, an unzählige Teams-Calls, an Herausforderungen, über die wir heute wahrscheinlich lachen können, und an all die kleinen Momente dazwischen. An eine Zusammenarbeit, die trotz unterschiedlicher Standorte nie wirklich auf Distanz stattgefunden hat.
Nach dreieinhalb Jahren gehört OhSheSells ganz selbstverständlich zu meinem Alltag. Umso komischer ist der Gedanke, dass dieses Kapitel jetzt endet.
Aber vielleicht passt genau das ziemlich gut zu dem, was ich hier von Anfang an gelernt habe: Weiterentwicklung findet meistens außerhalb der eigenen Komfortzone statt. Und irgendwann bedeutet Weiterentwicklung eben auch, weiterzugehen. Und jetzt ist es Zeit zu fliegen.
Danke, Larissa, für dein Vertrauen, die vielen Möglichkeiten, deine wunderbare Art wie du mit Menschen umgehst, die unzähligen Millenials vs. Gen Z Momente, dass du oft mehr an mich geglaubt hast als ich selbst und dafür, dass du mich immer wieder herausgefordert hast, einen Schritt weiterzugehen. Danke an alle, mit denen ich in diesen dreieinhalb Jahren zusammenarbeiten, lernen, lachen und wachsen durfte. Ganz besonders an Sinja, die nun auch fliegen lernt. Es war mir eine große Freude dich auf deinem Weg zu begleiten!
Aus einem Mini-Job im Homeoffice wurden dreieinhalb Jahre OhSheSells und ganz viele Erinnerungen.
Jetzt endet meine OhSheSells-Era – und irgendwie fühlt es sich gleichzeitig nach Abschied und nach Aufbruch an.
Denn wenn ich eines aus den letzten dreieinhalb Jahren mitnehme, dann wahrscheinlich genau das, was ich schon nach meinem ersten Jahr geschrieben habe: Einfach machen.
“It was the end of an era, but the start of an age” - Taylor Swift. Einfach danke.